Ratgeber · Falllösung

Jura-Fälle lösen im Gutachtenstil

Jede Klausur ist ein Fall. Wer den Gutachtenstil beherrscht und Probleme im Sachverhalt erkennt, hat das Handwerk. So lernst du es.

Eine Hand blättert in einem aufgeschlagenen Buch.

Was der Gutachtenstil ist

Im Gutachtenstil denkst du vom Ergebnis her offen. Du stellst eine Frage auf, nennst die Voraussetzungen, prüfst sie am Sachverhalt und kommst erst dann zum Ergebnis. Das Gegenstück ist der Urteilsstil, der mit dem Ergebnis beginnt und es danach begründet. Klausuren im Studium und im Ersten Examen verlangen den Gutachtenstil.

Die vier Schritte

  1. Obersatz: Welche Rechtsfolge könnte eintreten? „A könnte gegen B einen Anspruch auf Zahlung von 500 € aus § 433 Abs. 2 BGB haben.“
  2. Definition: Was verlangt das Gesetz? Du nennst die Voraussetzung und definierst sie.
  3. Subsumtion: Du prüfst, ob der Sachverhalt die Definition erfüllt.
  4. Ergebnis: Du hältst fest, ob die Voraussetzung vorliegt und was daraus folgt.

Wichtig ist das Maß. Unproblematische Punkte stellst du kurz fest, auch im Urteilsstil. Ausführlich wirst du dort, wo der Sachverhalt Hinweise gibt oder Meinungen streiten.

Probleme im Sachverhalt erkennen

Die schwierigste Fähigkeit ist nicht das Schreiben, sondern das Sehen. Ein guter Sachverhalt enthält kaum überflüssige Angaben. Ein Datum, eine Uhrzeit oder ein Alter steht dort meistens aus einem Grund.

  • Ein Minderjähriger kauft etwas? Denk an die Geschäftsfähigkeit.
  • Ein Brief kommt am Wochenende an? Denk an den Zugang.
  • Jemand verkauft eine Sache, die ihm nicht gehört? Denk an den gutgläubigen Erwerb.
  • Die Polizei schleppt ein Auto ab? Denk an Zuständigkeit, Gefahr und Kosten.

Diese Verbindung von Signal und Problem baust du nur durch viele Fälle auf. Darum enthält Lexxington fast 5.000 kurze Fälle aus allen Fächern. Jeder Fall prüft mit mehreren Aussagen einzelne Schritte der Lösung.

Wie Lexxington Falllösung trainiert

Kurze Fälle mit Aussagen

Ein Fall in der App besteht aus einem Sachverhalt in wenigen Sätzen und mehreren Aussagen. Jede Aussage entspricht einem Prüfungsschritt, etwa „Das Gebot ist ein Antrag nach § 145 BGB“. Du entscheidest, ob sie stimmt. Danach siehst du die Begründung mit der Norm. So übst du die Subsumtion in kleinen Einheiten, viele Male am Tag.

Zeichnungen als Gedächtnisstütze

Viele Fälle haben eine eigene Zeichnung. Bild und Text zusammen legen zwei Spuren im Gedächtnis an, Paivio beschrieb das als duale Kodierung. Wer sich an die Szene erinnert, findet auch das Problem wieder.

Prüfungsschemata

132 Prüfungsschemata zeigen dir den Aufbau, vom vertraglichen Primäranspruch bis zur Verfassungsbeschwerde. Lerne das Schema zuerst, dann wende es in Fällen an.

Klausuren auf Zeit

In 33 Klausuren schreibst du ganze Lösungen unter Zeitdruck. Die Bewertung erfolgt auf der Skala von 0 bis 18 Punkten.

Eine Studentin arbeitet mit Laptop in einem alten Lesesaal.

Ein kurzes Beispiel

Sachverhalt: Die 16-jährige M kauft ohne Wissen ihrer Eltern ein Handy für 400 €. Sie zahlt mit Geld, das sie von ihrer Großmutter geschenkt bekommen hat und frei verwenden darf.

Obersatz: Der Kaufvertrag könnte wirksam sein. Dafür müsste M ihn wirksam geschlossen haben. M ist minderjährig und daher beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Ihre Erklärung ist ohne Einwilligung der Eltern schwebend unwirksam, es sei denn, ein Ausnahmefall greift.

Subsumtion: Nach § 110 BGB gilt ein Vertrag als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung von einem Dritten mit Zustimmung des Vertreters überlassen worden sind. Ob die Eltern der Überlassung zur freien Verfügung zugestimmt haben, ist hier entscheidend. Der Sachverhalt muss dazu ausgelegt werden.

Genau diese Fragen stellt die App als Aussagen. Mehr zum Fach im Bereich BGB AT lernen.

Fünf Gewohnheiten für bessere Falllösungen

  1. Jeden Tag einige Fälle lösen statt einmal pro Woche viele.
  2. Fächer mischen, damit du lernst, das Problem selbst zu erkennen.
  3. Vor der Antwort einschätzen, wie sicher du bist. Sichere Irrtümer prägen sich nach der Korrektur besonders gut ein.
  4. Die Begründung immer lesen, auch wenn die Antwort richtig war.
  5. Schemata auswendig können, bevor du Klausuren schreibst.

Mehr zur Methode im Ratgeber Jura lernen mit App.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Gutachtenstil und Urteilsstil?

Der Gutachtenstil stellt eine Frage auf und kommt nach der Prüfung zum Ergebnis. Der Urteilsstil nennt das Ergebnis zuerst und begründet es danach. In Klausuren nutzt du den Gutachtenstil, bei unproblematischen Punkten darfst du knapp feststellen.

Wie lerne ich, Probleme im Sachverhalt zu erkennen?

Durch viele Fälle und gemischtes Üben. Jeder gelöste Fall verbindet ein Signal im Sachverhalt mit einem Problem. Lexxington bietet dafür fast 5.000 kurze Fälle.

Sind die Fälle in der App vollständige Klausuren?

Nein. Die Fälle sind kurz und prüfen einzelne Schritte mit Aussagen. Ganze Klausuren auf Zeit gibt es zusätzlich, 33 an der Zahl.

Gibt es Lösungen zu jedem Fall?

Ja. Zu jeder Aussage zeigt die App die Begründung und die einschlägige Norm. Fragen beantwortet Lexxi.

Weiterlesen

Probier es sieben Tage aus.

Danach 9,99 € im Monat pro Land. Alle Fächer, alle Bundesländer, Lexxi inklusive. Monatlich kündbar.

Coming soon on theApp StoreAlle Funktionen