Ratgeber · Erstes Examen

Erstes Staatsexamen vorbereiten

Aufbau der Prüfung, Pflichtfach und Schwerpunkt, die Skala von 0 bis 18 Punkten und ein Lernplan, der bis zum Examen trägt.

Klassizistisches Gerichtsgebäude vor blauem Himmel.

Wie das Erste Examen aufgebaut ist

Die erste juristische Prüfung besteht aus zwei Teilen: der universitären Schwerpunktbereichsprüfung und der staatlichen Pflichtfachprüfung (§ 5 Abs. 1 DRiG). Umgangssprachlich heißt das Ganze oft „Erstes Staatsexamen“. Die Einzelheiten regelt jedes Bundesland in seinem Juristenausbildungsgesetz.

Die staatliche Pflichtfachprüfung

Pflichtfächer sind nach § 5a Abs. 2 DRiG die Kernbereiche des Bürgerlichen Rechts, des Strafrechts, des Öffentlichen Rechts und des Verfahrensrechts, jeweils mit europarechtlichen Bezügen, rechtswissenschaftlichen Methoden und philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen. Geprüft wird schriftlich in Klausuren und mündlich. Wie viele Klausuren du schreibst und wie lange sie dauern, bestimmt dein Bundesland.

Die mündliche Prüfung

Nach den Klausuren folgt die mündliche Prüfung vor einer Kommission. Sie besteht meist aus einem Vortrag und Prüfungsgesprächen in den Pflichtfächern. Wie sie genau abläuft und wie viel sie zählt, regelt dein Bundesland. Für das Gespräch hilft vor allem eines: Definitionen und Aufbau so sicher abrufen zu können, dass du sie auch unter Druck frei formulierst.

Die Schwerpunktbereichsprüfung

Den Schwerpunkt prüft deine Universität. Er dient der Vertiefung und Ergänzung der Pflichtfächer. Meist gehören eine Studienarbeit und weitere Prüfungsleistungen dazu, die Details stehen in der Prüfungsordnung deiner Fakultät.

Die Notenskala von 0 bis 18 Punkten

Juristische Prüfungen werden bundeseinheitlich nach der Verordnung über eine Noten- und Punkteskala bewertet. So verteilen sich die Noten:

  • sehr gut: 16 bis 18 Punkte
  • gut: 13 bis 15 Punkte
  • vollbefriedigend: 10 bis 12 Punkte
  • befriedigend: 7 bis 9 Punkte
  • ausreichend: 4 bis 6 Punkte
  • mangelhaft: 1 bis 3 Punkte
  • ungenügend: 0 Punkte

In die Gesamtnote geht die staatliche Prüfung zu 70 Prozent ein, der Schwerpunkt zu 30 Prozent (§ 5d Abs. 2 DRiG). Der Notenrechner in Lexxington rechnet mit dieser Gewichtung. Mit ihm siehst du, welche Note dein Schwerpunktergebnis zusammen mit einem bestimmten Ergebnis im staatlichen Teil ergibt.

Ein Lernplan für die Examensvorbereitung

Viele planen für die Vorbereitung zwölf bis achtzehn Monate ein, ob mit Repetitorium, universitärem Examenskurs oder allein. Wichtiger als die Form ist die Struktur. Ein Plan, der funktioniert, hat drei Phasen:

Phase 1: Den Stoff einmal vollständig durchgehen

Gehe alle Pflichtfächer einmal durch und schließe Lücken. Arbeite dabei von Anfang an mit Abfragen, nicht mit Lesen allein. In Lexxington liegt jeder Teil einer Lektion hinter einer Karte: erst sagen, dann aufdecken. Karten und Fragen kommen danach nach Plan wieder.

Phase 2: Wiederholen und vernetzen

Wiederhole verteilt und gemischt. Karteikarten halten Definitionen frisch, gemischte Fälle trainieren das Erkennen der Probleme. Die Forschung ist hier eindeutig: Cepeda und Kollegen (2006) zeigten, dass Wiederholungen mit Abstand dauerhafter wirken als Lernen am Stück.

Phase 3: Klausuren schreiben

In den letzten Monaten schreibst du regelmäßig Klausuren unter Prüfungsbedingungen. Lexxington enthält 33 Klausuren mit Countdown. Du schreibst deine eigene Lösung, die App bewertet sie nach Obersatz, Definition, Subsumtion und Ergebnis auf der Punkteskala, und erst danach erscheint die Lösungsskizze. Zusätzlich empfehlen sich Probeklausuren deiner Universität mit Korrektur.

Klausurtraining: worauf es ankommt

Eine Examensklausur prüft drei Dinge: ob du die Probleme findest, ob du sie richtig einordnest und ob du sie in angemessener Länge löst. Wissen allein reicht nicht. Du brauchst Routine im Aufbau.

  1. Sachverhalt zweimal lesen und Fragen genau erfassen.
  2. Lösungsskizze mit Anspruchsgrundlagen oder Delikten erstellen.
  3. Schwerpunkte setzen: ausführlich, wo der Sachverhalt Details liefert, knapp, wo nichts streitig ist.
  4. Im Gutachtenstil schreiben und am Ende ein klares Ergebnis nennen.

Wie der Gutachtenstil funktioniert, erklärt der Ratgeber Fälle lösen im Gutachtenstil. Den Aufbau einzelner Prüfungen findest du in den 132 Prüfungsschemata der App.

Leerer Hörsaal mit Holzbänken im Tageslicht.

Landesrecht nicht vergessen

Im Öffentlichen Recht prüfen die Länder eigenes Recht: Polizei- und Ordnungsrecht, Kommunalrecht und Bauordnungsrecht. Wer hier nur Bundesrecht kennt, verliert Punkte. Lexxington enthält alle 16 Bundesländer mit eigenen Lektionen, Fragen und Fällen.

Wähle dein Land in der Übersicht der Bundesländer. Termine, Anmeldefristen und Zulassungsvoraussetzungen erfährst du verbindlich nur beim Justizprüfungsamt deines Landes.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Examensvorbereitung?

Viele planen zwölf bis achtzehn Monate ein. Wer schon im Studium verteilt wiederholt, startet mit weniger Lücken.

Wie wird die Note im Ersten Examen berechnet?

Die staatliche Pflichtfachprüfung zählt 70 Prozent, die Schwerpunktbereichsprüfung 30 Prozent (§ 5d Abs. 2 DRiG). Bewertet wird auf der Skala von 0 bis 18 Punkten.

Wie viele Klausuren schreibe ich?

Das legt dein Bundesland fest. Die aktuelle Zahl steht in der Prüfungsordnung und beim Justizprüfungsamt.

Ersetzt Lexxington ein Repetitorium?

Lexxington ist ein Trainingswerkzeug für Abruf, Wiederholung und Fälle. Ob du zusätzlich ein Repetitorium oder einen Uni-Kurs besuchst, entscheidest du. Die App passt zu beidem.

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